Positionspapier Primatenversuche

Grundrechte für Primaten schaden Mensch und Tier

«Grundrechte für Primaten». Unter diesem Titel firmiert eine Initiative, die im September 2017 in Basel-Stadt eingereicht und im Januar 2018 vom Kantonsparlament für rechtlich unzulässig erklärt wurde. Lanciert wurde die Initiative vom Think Tank Sentience Politics.

Die Schweizer Rechtsordnung sorgt für einen hohen Schutz der Tiere. Sie beruht auf der sogenannten Güterabwägung, die Würdeverletzung und Leiden von Tieren auf ein Minimum reduziert.

Die Initiative will nichtmenschlichen Primaten dieselben Grundrechte auf Leben und körperliche und geistige Unversehrtheit zuschreiben, die auch Menschen besitzen. Dies scheint auf den ersten Blick nicht weiter folgenreich, würden im Kanton Basel-Stadt die in der Forschung ohnehin nicht mehr stattfindenden Versuche mit Primaten per Gesetz verboten werden.

Doch die Ziele der Initianten sind weitreichender. Die Grundrechte für Primaten in der Verfassung eines Schweizer Kantons sind nur ein erster Schritt. Das umfassende, von den Initianten im begleitenden Positionspapier nicht kommunizierte Ziel ist, allen Tie- ren Grundrechte zu geben und sie in dieser Hinsicht mit dem Menschen gleichzustellen. Nicht nur in Basel-Stadt, sondern weltweit. Dies würde nicht nur ein Verbot der Tierversuche bedeuten, sondern auch ein Verbot jeglicher Nutzung von Tieren, sei es als Nutz-, Haus- oder Zootiere. Der Veganismus wäre nicht länger eine auf freier Entscheidung beruhende Lebensweise, sondern gesetzlich verankert.

Die Diskussion, die geführt werden muss, ist daher nicht, ob Primaten in Basel-Stadt Grundrechte bekommen sollen. Sondern: Wollen wir eine Gesellschaft, in der Säugetiere, Vögel, Fische und auch Reptilien Grundrechte haben und wir auf ihre Nutzung in jeder Hinsicht verzichten, und zwar für Ernährung, Kleidung und weitere Konsumgüter, wie auch für Forschung im Dienste der Gesundheit sowie auch für unser Vergnügen?

 

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Autoren: Suzann-Viola Renninger und Thorsten Buch